Fragen und Antworten zum Thema Fasten

von Svenja Zöllner

Interview mit Nicole Mommertz-Ehlert, Leiterin des Basenfasten der Fastenwanderwoche bei uns im Haus:

Geben Sie aus Ihrer Sicht eine kurze Beschreibung (einen Satz), was Fasten ist.

Nicole Mommertz-Ehlert

Fasten bedeutet, vereinfacht gesagt, das Weglassen von allen Lebensmitteln, die unseren Körper belasten und entlastet den Stoffwechsel. Der Körper hat quasi einmal Zeit um richtig aufzuräumen.

 

Wie sind Sie zum Fasten gekommen?

Nicole Mommertz-Ehlert

Als ich mit Anfang 20 im Reformhaus meines Vaters angefangen habe zu arbeiten, gab es eine Frau Winkelmann, die an der VHS Heilfasten angeboten hat. Ihre Teilnehmer kamen immer zu uns und haben die Zutaten dafür gekauft, dabei habe ich mitbekommen, wie begeistert die Menschen vom Fasten waren. Natürlich bin ich neugierig geworden und musste es unbedingt ausprobieren.

Und seit wann fasten Sie regelmäßig?

Nicole Mommertz-Ehlert

Ich gebe seit ca. 2012 Basen-Fasten Kurse bei mir im Reformhaus. Seit der Zeit faste ich einmal, manchmal auch zweimal im Jahr in Form von Basenfasten.

 

Welche Fastenform ist für Einsteiger in das Thema am besten geeignet?

Nicole Mommertz-Ehlert

Ich finde das basische Fasten am besten, denn hierbei lernt man das Weglassen bestimmter Lebensmittel, kommt schon mit dem Thema Darmreinigung (für viele das Schlimmste beim Fasten) in Berührung und kann schon deutlich die positiven Effekte des Fastens spüren.

Was macht das Fasten mit einem Selbst und mit dem Körper? Welche Vorteile bietet es?

Nicole Mommertz-Ehlert

In unserer modernen Welt steht den meisten Menschen Nahrung im Überfluss zur Verfügung. Das sogenannte „snacken“ ist ein richtiger Trend. Viele Menschen nehmen ihre Mahlzeiten mal eben im Gehen ein, dabei ist ihnen oft gar nicht bewusst, was sie eigentlich konsumieren.

Für unseren Körper ist Fasten wichtig, weil es die Autophagie anregen kann, es kann entzündlichen Prozessen entgegenwirken (dazu bekomme ich immer sehr positives Feedback), es kann den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen, es kann unser Immunsystem stärken und es lässt uns ein besseres Gespür für unseren Körper entwickeln.

Ich persönlich fühle mich während des Fastens viel beweglicher, wacher und leistungsfähiger.

Außerdem ist man zufriedener mit sich selbst, weil man sich stärker wahrnimmt und einem wirklich bewusst wird, dass man mit seiner Ernährung sein Wohlgefühl beeinflussen kann.

Für mich bedeutet es Entspannung und Reset, obwohl ich dabei ganz normal meiner Arbeit nachgehe.

 

Gibt es besondere Herausforderungen die man beim Fasten beachten sollte?

Nicole Mommertz-Ehlert

Eine besondere Herausforderung ist für viele die Darmreinigung, dafür muss man sich einfach mal einen Tag in Ruhe Zuhause gönnen. Ich finde die Reinigung mit einem Einlauf am besten. Man kann aber auch Passage-Salz verwenden. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, Menschen die unter Hämorrhoiden leiden, dürfen keinen Einlauf machen. Trinkt man generell immer zu wenig, ist Passage-Salz ungeeignet. Am dritten Tag des Fastens treten manchmal Kopfweh auf, das ist normal und geht schnell wieder vorbei.

Eine Herausforderung ist sicherlich der Zeitpunkt. Man sollte nicht fasten, wenn Familienfeiern, Geschäftsreisen oder ähnliches ansteht. Sonst macht es sich nur unnötig schwer. Man sollte schon genügend Zeit für sich einplanen können, für Spaziergänge, ein gutes Buch, Sauna etc.

Deswegen ist eine Fasten-Wander-Woche ideal. ;-)

Wie sind Sie auf die Idee gekommen eine Fastenwoche bei Uns in Arnsberg zu machen?

Nicole Mommertz-Ehlert

In meinen Fasten-Kursen merke ich immer wieder wie gut den Teilnehmern der Austausch untereinander tut. Da habe ich erst überlegt mal einen Wandertag einzubauen, um mehr Zeit in der Gruppe zu haben und um gemeinsame Bewegung an der frischen Luft zu genießen. Das kommt bei vielen Menschen zu kurz. Die Idee mit der Fastenwoche beim SGV hatte meine Kollegin, die ja das Heilfasten in der Woche leitet. Sie hat vorgeschlagen, eine gemeinsame Veranstaltung durchzuführen und sich auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten gemacht. Dabei ist sie auf unsere wunderschöne Jugendherberge gestoßen und hat den Kontakt zu Frau Fortmann geknüpft.

 

Wie lässt sich der Fastenprozess sicher in den Alltag integrieren (Arbeitsleben, Sport, Familie)?

Nicole Mommertz-Ehlert

Basisches Fasten lässt sich sehr einfach integrieren, da die Familie alles mitessen kann und man auch problemlos seinem Beruf nachgehen kann. Es gibt sogar eine Firma, die sponsort ihren Mitarbeitern eine basische Fastenzeit, während der komplett gearbeitet wird, das ist also überhaupt kein Problem. Zeit für sich sollte man aber einplanen können.

Beim Heilfasten sieht es etwas anders aus, dazu müssten Sie aber meine Kollegin interviewen.

 

Warum würden Sie es weiterempfehlen?

Nicole Mommertz-Ehlert

Ich empfehle gerade das Basen-Fasten weil man sich einfach wirklich, wirklich richtig gut fühlt.

Eigentlich wäre die Bezeichnung basische Schlemmerwoche viel passender. Man hungert nicht, darf die leckersten Lebensmittel essen, gibt dem Körper so viele Vitamine und Mineralstoffe wie sonst nie, man kann dabei Gewicht verlieren, man fühlt sich einfach fit und ...ja…. pudelwohl.

Gerade Menschen die gesundheitliche Probleme wie Sodbrennen oder Gelenkschmerzen haben, sollten es einfach ausprobieren.

In der Gruppe macht es auch noch richtig Spaß, also einfach trauen und mitmachen.

 

Vielen Dank für das Interview und die ausführlichen Antworten.

Zurück zur Newsübersicht

zum Seitenanfang springen